Genuss wird im Saarland groß geschrieben © Tourismus Zentrale Saarland

Von Dibbelabbes, Bettsäächersalat und anderen saarländischen Köstlichkeiten

Genuss wird im Saarland groß geschrieben © Tourismus Zentrale Saarland

Der Saarländer ist kein Kostverächter. Vielmehr isst der Bewohner des kleinsten deutschen Flächenlandes sogar sehr gern und gibt seinen Lieblingsspeisen liebenswerte bis lustige Namen wie Dibbelabbes, Geheirade, Gefillde oder Bettsäächersalat. Wir stellen Ihnen die saarländischen Spezialitäten vor, die Sie in und rund um unsere Jugendherbergen probieren und genießen können. Denn das Wichtigste ist gutes Essen – oder wie der Saarländer sagt: „Hauptsach gudd gess!“

Saarländische Spezialitäten: die Kartoffel steht im Mittelpunkt

Genuss wird im Saarland groß geschrieben © Tourismus Zentrale Saarland

Genuss wird im Saarland groß geschrieben © Tourismus Zentrale Saarland

Im Saarland schätzen die Menschen die deftige Küche seit jeher, denn das Essen musste für die Bergmänner und Bauern stets reichhaltig sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass zwischen Dreisbach und Homburg auch heute nur Omas Hausmannskost auf den Tisch kommt. Die traditionellen Gerichte sind nach wie vor beliebt, werden von der jungen Generation jedoch gern neu interpretiert. Historisch bedingt sind viele saarländische Spezialitäten ohne die Kartoffel undenkbar. Das liegt daran, dass das Nachtschattengewächs auf den Feldern und im eigenen Garten leicht und günstig angebaut werden konnte. Dazu kamen in Topf und Pfanne reichlich Lauch, Zwiebeln und Bohnen. Dibbelabbes ist das populärste Kartoffelgericht, um das niemand herumkommt, der die saarländische Küche kennenlernen möchte. Aus rohen Kartoffeln, Lauch, Dörrfleisch und Ei entsteht in kurzer Zeit ein leckeres Essen, das im Original mit Apfelmus serviert wird. Das Rezept dafür finden Sie am Ende dieses Beitrags. Für die Kombination aus Deftigem und Süßem hat der Saarländer übrigens eine besondere Schwäche. Er liebt auch herzhafte Suppen, zu denen er Obstkuchen isst: Bohnensuppe mit Pflaumenkuchen oder saarländisch „Schnibbelschesbohnesupp mit Quetschekuche“. Probieren Sie es doch einmal aus; Sie werden von dem neuen Geschmackserlebnis begeistert sein!

Schwenker – mehr als ein Wort für einen dreibeinigen Grill

Der Schwenker schwenkt den Schwenker auf dem Schwenker © Tourismus Zentrale Saarland

Der Schwenker schwenkt den Schwenker auf dem Schwenker © Tourismus Zentrale Saarland

Der Schwenker schwenkt den Schwenker auf dem Schwenker. Was den Rest der Republik wohlmöglich stutzig macht, bestätigt der Saarländer mit einem kräftigen Nicken. Denn Schwenker ist ein Wort, das die Bewohner des Saarlandes so schätzen, dass sie es gleich als Verb und Substantiv in mehrfacher Bedeutung gebrauchen. Der Schwenker ist in erster Linie der typisch saarländische dreibeinige Grill. Gleichzeitig ist der Schwenker auch das Grillgut – in der Regel marinierte Scheiben vom Schweinenacken. Diesen Schwenkbraten schwenkt der Schwenker auf dem Schwenker, denn auch die Person am Grill trägt diesen Namen. Wichtig beim Schwenken ist, dass das an Ketten befestigte Rost mit dem Grillgut in Schwung gebracht und gehalten wird, damit das Fleisch gar wird. Wenn der Saarländer schwenkt, kann er sowohl für sich allein ein saftiges Steak zubereiten als auch eine große Grillparty veranstalten. Selbstverständlich verfügen unsere Jugendherbergen im Saarland alle über eine Grillstelle oder eine Grillhütte – in der Hochwald-Jugendherberge in Weiskirchen gibt es sogar zwei Grillplätze. Sie sind herzlich eingeladen, sich hier am Grillbüfett zu bedienen!

Deutsch, französisch und dabei sehr eigenständig

Saarländisches Gericht 'Gefillde' © Tourismus Zentrale Saarland

Saarländisches Gericht ‚Gefillde‘ © Tourismus Zentrale Saarland

Das Saarland besteht erst seit 1920 als politische Einheit. Das Gebiet war zwar schon immer deutschsprachig, gleichzeitig jedoch stark von französischen Einflüssen geprägt. Es verwundert deshalb nicht, dass die saarländische Küche manchmal mehr Deutsch, manchmal mehr Französisch, dabei aber auch sehr eigenständig ist. Die Saarländer essen sehr gern und oft Sauerkraut – so wie ihre Nachbarn im Elsass, das heute zu Frankreich gehört. Neben Dibbelabbes zählen Gefillde und Geheirade zu den typischen Kartoffelgerichten. Gefillde sind mit Leber- oder Blutwurst gefüllte Kartoffelklöße, zu denen eine Speck-Sahnesoße und Sauerkraut unbedingt dazu gehören. Es gibt auch Varianten mit einer Hackfleischfüllung. Geheirade besteht aus Kartoffeln und Mehlklößchen, die gemeinsam gegart und so „verheiratet“ werden. Dazu kommt zerlassener Speck, manchmal auch wieder Apfelmus und Feldsalat. Apropos Salat: Der Bettsäächersalat ist wohl der bekannteste aus dem Saarland. Der Hauptbestandteil des Salates sind die Blätter des Löwenzahns, der harntreibend und entwässernd wirkt und damit den Namen Bettsäächer erklärt. Nicht zu vergessen in der saarländischen Küche ist natürlich auch die Lyoner Ringwurst, die allein durch ihren Namen an den französischen Einfluss erinnert.

Dibbelabbes selber machen und zuhause saarländisch essen

Saarländisches Gericht 'Dibbelabbes' © Tourismus Zentrale Saarland

Saarländisches Gericht ‚Dibbelabbes‘ © Tourismus Zentrale Saarland

Sie benötigen für eine Familie (4-6 Portionen):
– 250 g Dörrfleisch (Bacon oder rohe Schinkenwürfel gehen auch!)
– 2 kg Kartoffeln
– 2 Eier
– 2 Stangen Lauch
– Salz
– Pfeffer
– Muskat
– Apfelmus/Apfelkompott

So geht’s:
Raspeln Sie die rohen Kartoffeln und drücken Sie sie anschließend in einem Geschirrtuch fest aus. Geben Sie die Kartoffeln anschließend zusammen mit den Eiern in eine Schüssel, vermengen Sie beide Zutaten und würzen Sie die Masse mit Salz, Pfeffer und Muskat. Wenden Sie sich danach dem Dörrfleisch zu und braten Sie es in einer Pfanne, bis es knusprig braun ist. Wir empfehlen Ihnen, den Lauch direkt mitzudünsten. Nun kann die Kartoffel-Ei-Masse in die Pfanne zum Dörrfleisch. Braten Sie alles kräftig und wenden Sie die Masse häufig. So entstehen die typischen „Kerschdscher“, kleine knusprige Krüstchen. Sie können das Rezept auch mit Sahne oder Schmand verfeinern und das fertige Gericht mit Petersilie garnieren. Der echte Saarländer isst zum Dibbelabbes Apfelmus! Tipp für Vegetarier: Lassen Sie das Fleisch einfach weg oder ersetzen Sie es ganz nach Ihrem Geschmack mit 6 Tomaten, 2 Paprikaschoten und 2 Möhren oder einer Fleischalternative Ihrer Wahl.

Atrium der Hohenburg-Jugendherberge Homburg mit Bistro und angeschlossenen Speiseräumen

Atrium der Hohenburg-Jugendherberge Homburg mit Bistro und angeschlossenen Speiseräumen

Die Jugendherberge an der Saarschleife in Dreisbach-Mettlach, die Hochwald-Jugendherberge in Weiskirchen, die Europa-Jugendherberge in Saarbrücken, die Schaumberg-Jugendherberge in Tholey und die Hohenburg-Jugendherberge in Homburg wünschen Ihnen guten Appetit!

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